Seit der Übernahme durch Broadcom hat sich bei VMware einiges verändert – und für kleine Unternehmen meist nicht zum Vorteil. Wer aktuell vor einer Vertragsverlängerung steht, sollte sich die Zahlen genau ansehen, bevor automatisch weiterläuft, was bisher lief.

Was sich bei VMware konkret geändert hat

  • Keine dauerhaften Lizenzen mehr – nur noch Abonnements mit jährlicher Zahlungspflicht
  • Mindestabnahme drastisch erhöht – statt bisher 16 Kerne müssen jetzt mindestens 72 Kerne pro Server lizenziert werden, unabhängig davon, wie viele Kerne tatsächlich vorhanden sind
  • Strafgebühren bei verspäteter Vertragsverlängerung
  • Beliebte Einstiegspakete für kleine Umgebungen wurden eingestellt – wer bisher mit einem kompakten Lizenzpaket ausgekommen ist, findet dieses oft gar nicht mehr

Warum das gerade kleine Unternehmen überproportional trifft

Ein typischer kleiner Server mit ein oder zwei Prozessoren und 8 bis 16 Kernen musste bisher genau für diese Kernanzahl lizenziert werden. Jetzt wird trotzdem eine Lizenz für 72 Kerne pro Prozessor berechnet – ganz gleich, wie klein die tatsächliche Hardware ist. Berichte aus der Praxis sprechen bei anstehenden Vertragsverlängerungen von Kostensteigerungen im drei- bis vierstelligen Prozentbereich gegenüber dem alten Vertrag.

Proxmox VE als Alternative

Proxmox Virtual Environment ist eine Open-Source-Virtualisierungsplattform, die seit Jahren produktionsreif im Einsatz ist und in den letzten Jahren stark an Verbreitung gewonnen hat. Die wichtigsten Funktionen, die auch bei VMware zum Alltag gehören, bringt Proxmox ebenfalls mit:

  • Servervirtualisierung für Windows- und Linux-VMs
  • Snapshots und Live-Migration zwischen Hosts
  • Clusterbetrieb für mehrere Server
  • Backup-Integration (u. a. für automatisierte, geplante Sicherungen)
  • Webbasierte Verwaltungsoberfläche

Die Lizenz selbst ist kostenlos; ein bezahlter Support-Vertrag bei Proxmox ist optional und deutlich günstiger als vergleichbare VMware-Verträge.

Was ein Wechsel bedeutet – ehrlich betrachtet

Ein Umstieg ist kein reiner Kopiervorgang. Bestehende VMs müssen konvertiert und migriert werden, und wer spezielle VMware-Funktionen wie NSX oder vSAN im Einsatz hat, muss diese Bereiche gesondert planen, da Proxmox hierfür eigene, anders aufgebaute Lösungen mitbringt. Für die meisten kleinen Unternehmen, die VMware klassisch für Servervirtualisierung ohne diese Spezialfunktionen nutzen, ist der Umstieg in der Praxis aber gut planbar.

Lohnt sich das für Sie?